
Die Konsolidierung im Lager der Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg beschleunigt sich weiter. Bis 2025 sinkt die Zahl der Institute im Südwesten um sechs auf dann 115 Häuser, wie der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband in Stuttgart mitteilte. Die Fusionswelle dauert bereits seit Jahren an. Als zentrale Treiber nennt der Verband den anhaltend hohen Kostendruck sowie verschärfte Anforderungen der Bankenaufsicht, die kleinere Institute besonders stark belasten.
Trotz der strukturellen Bereinigung haben die Genossenschaftsbanken ihre Kennzahlen im jüngsten Berichtszeitraum ausgebaut. Die Bilanzsumme kletterte im Vorjahresvergleich um 3,7 Prozent auf 221,5 Milliarden Euro, der Gewinn nach Steuern stieg auf 590 Millionen Euro. Rund 20.600 Beschäftigte betreuten im Jahr 2025 gut 6,1 Millionen Kundinnen und Kunden im Südwesten. Verbandspräsident Ulrich Theileis sprach von einem starken Jahresergebnis in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld.
Die Institute nutzen die robuste Ertragslage nach Angaben des Verbands gezielt, um ihre Kapitaldecke zu stärken. „Unsere Volksbanken und Raiffeisenbanken nutzen die gute Ertragslage zur weiteren Stärkung der wichtigen Eigenkapitalbasis“, sagte Theileis. Das erhöhe die Widerstandskraft der Häuser und versetze sie in die Lage, weiterhin mittelständische Unternehmen, Kommunen und Infrastrukturprojekte in der Region zu finanzieren. Die Kreditbestände wuchsen 2025 um 5,1 Prozent auf 147 Milliarden Euro.
Auf der Passivseite verzeichneten die Genossenschaftsbanken ebenfalls Zuwächse. Die Einlagen legten um 4,0 Prozent auf 169,3 Milliarden Euro zu. Auffällig ist laut Verband, dass Kunden ihre Guthaben vor allem auf Giro- und Tagesgeldkonten parken. Sicherheit und kurzfristige Verfügbarkeit stünden im Vordergrund. Theileis wertete die Entwicklung als Vertrauensbeweis: Die Zuwächse bei den Einlagen seien Ausdruck der hohen Reputation der Institute in der Fläche.

Salzburgs Erzbischof Franz Lackner stellt seine Zukunft an der Spitze der Österreichischen Bischofskonferenz offen infrage. „Mein Wunschkandidat ist nicht ich“, sagte der bisherige Vorsitzende nach der Frühjahrsvollversammlung im steirischen St. Johann bei Herberstein. Lackner, der das Amt 2020 von Kardinal Christoph Schönborn übernommen hatte, betonte zugleich, er wolle der Entscheidung der Bischöfe bei der Sommervollversammlung im Juni nicht vorgreifen: „Es ist eine Wahl. Ich nehme Wahlen ernst.“ Formal könnte er erneut kandidieren, doch ein römisches Schreiben empfiehlt, keinen Bischof zum Vorsitzenden zu wählen, der in der sechsjährigen Amtsperiode die Altersgrenze von 75 Jahren erreicht – auch wenn es dabei Spielraum gibt und der Vorsitzende keiner vatikanischen Bestätigung bedarf.
Wer Lackner nachfolgen könnte, ist offen. Theoretisch kann jedes Mitglied der Bischofskonferenz gewählt werden, die Abstimmung erfolgt geheim. Der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl, erst im Jänner zum Bischof geweiht, signalisierte, dass er das Amt wegen seiner noch kurzen Erfahrung nicht anstrebt. Als geeigneter Kandidat wurde in der Tageszeitung „Die Presse“ der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl kolportiert. Parallel zur anstehenden Vorsitzfrage nutzten die Bischöfe ihr Frühjahrstreffen, um thematische Zuständigkeiten neu zu ordnen: Lackner übernimmt künftig den Bereich Medien, der Linzer Bischof Manfred Scheuer den Bereich Weltkirche, der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics die Ökumene.
Inhaltlich prägte die Debatte über die Rolle der Frauen in der Kirche die Beratungen, die ausgerechnet im „Haus der Frauen“ der Diözese Graz-Seckau stattfanden. Aus dem Vatikan war während der Tagung ein umfangreiches Studienpapier veröffentlicht worden, das die Unzufriedenheit vieler Katholikinnen thematisiert und die Klärung der „Frauenfrage“ als dringlich bezeichnet. Der neue Wiener Erzbischof Grünwidl forderte in einer Predigt, die Kirche solle „mehr auf die Stimmen der Frauen hören“ und erklärte: „Was vom Heiligen Geist kommt, kann das Kirchenrecht nicht aufhalten.“ Lackner schloss sich dieser Linie an.
Auf die Frage, ob er sich Frauen mit Stimmrecht in Bischofskonferenzen persönlich wünsche, verwies Lackner zunächst auf eine von Papst Leo XIV. angeordnete Studiengruppe, die prüfen soll, ob die Statuten von Bischofskonferenzen zeitgemäß sind. Auf Nachfrage antwortete er wörtlich: „Irgendwie schon.“ Grundsätzlich müssten die Anliegen von Frauen „ernstgenommen“ werden, sagte der Salzburger Erzbischof. Es handle sich um einen „Wandlungsprozess organischer Art, der nicht so einfach ist“, es gebe ein „Bemühen und ein Ringen“, Frauen eine ihrem Beitrag entsprechende Rolle zu ermöglichen. „Es geht langsam voran“, resümierte Lackner – in einer Kirche, die zugleich vor einer personellen Neuaufstellung an der Spitze und einer strukturellen Debatte über Teilhabe steht.