Grasser-Verfahren: Zehn Gläubiger, Millionenforderungen und ein unspektakulärer Gerichtstermin

13.04.2026


Im Privatkonkursverfahren des früheren österreichischen Finanzministers Karl-Heinz Grasser stehen Forderungen in Millionenhöhe im Raum. Beim Bezirksgericht Kitzbühel wurden laut Gläubigerschutzverband KSV1870 Forderungen von deutlich über 30 Millionen Euro angemeldet, in einem Verfahrensteil ist von insgesamt rund 35,6 Millionen Euro die Rede. Insolvenzverwalter Herbert Matzunski aus Innsbruck erkennt davon nach aktuellem Stand rund 23,1 Millionen Euro an. Grassers Anwalt Thomas Payer rechnet damit, dass „deutlich über 22 Millionen“ Euro formell bestätigt werden.

Zu der sogenannten Prüfungstagsatzung in Kitzbühel erscheint Grasser selbst nicht. Der Ex-Minister sei zur Teilnahme nicht verpflichtet und könne „nichts beitragen“, begründet Payer die Entscheidung. Es handle sich um einen üblichen, eher unspektakulären Termin, der in etwa einer halben Stunde erledigt sein dürfte und in dem ausschließlich die eingebrachten Forderungen behandelt werden. Zehn Gläubiger haben Ansprüche angemeldet, der mit Abstand größte Gläubiger ist die Republik Österreich, die unter anderem rund 12,7 Millionen Euro aus Schadenersatzansprüchen im Zusammenhang mit dem Buwog-Verfahren sowie 7,9 Millionen Euro an Steuerforderungen geltend macht.

Zur Masse gehören auch persönliche Vermögenswerte des 57-Jährigen: So wurde eine Uhr Grassers vom Insolvenzverwalter um 25.000 Euro verkauft, zudem ist seine Lebensversicherung aufgelöst worden. In einem weiteren Verfahren in Liechtenstein wird ein Geldwäsche-Komplex geprüft. Grasser hatte Ende April 2025 Privatkonkurs beantragt und ein Schuldenregulierungsverfahren angestrebt; er wollte sich über eine Barquote von 3 Prozent innerhalb von zwei Wochen entschulden.

Grasser lebt in Kitzbühel und befindet sich nach seiner rechtskräftigen Verurteilung im Buwog-Verfahren und einem daran anschließenden, siebenmonatigen Haftaufenthalt in Innsbruck nun im elektronisch überwachten Hausarrest. Er trägt eine Fußfessel und geht derzeit einer Arbeit in der Gamsstadt nach. Der ehemalige FPÖ-Politiker, später der ÖVP nahestehend, war von 2000 bis 2007 Finanzminister. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Unternehmerin und Swarovski-Millionenerbin Fiona Pacifico Griffini-Grasser, sowie der gemeinsamen Tochter wohnt er auf einem Anwesen in Kitzbühel.

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voestalpine sichert sich Rekordauftrag von Airbus und Partnern

09.04.2026


Der Stahl- und Technologiekonzern voestalpine hat in der Luftfahrtindustrie einen Großauftrag mit einem Gesamtvolumen von rund einer Milliarde Euro an Land gezogen. Die Bestellungen erstrecken sich über die kommenden fünf Jahre und stellen nach Unternehmensangaben das bisher größte Auftragsvolumen im Luftfahrtbereich der zuständigen Konzern-Division dar. Ein Teil der Order stammt vom europäischen Flugzeughersteller Airbus.

Der Konzern liefert für gängige Passagierflugzeuge, darunter Modelle der Airbus-Familien A320, A330 und A350, unter anderem Nickelbasislegierungen sowie Schmiedeteile für Triebwerke und Fahrwerke. Die Komponenten werden später in Rümpfen, Triebwerken und Fahrwerken verbaut, zusätzlich umfasst das Paket auch Logistikleistungen. Produziert wird ein Großteil der Teile in Österreich an den Standorten Kapfenberg und Mürzzuschlag in der Steiermark, weitere Komponenten kommen von der brasilianischen Tochtergesellschaft. In Kapfenberg entstehen Spezialschmiedeteile aus Titan- und Nickellegierungen, in Mürzzuschlag Hightech-Bleche für die Luftfahrt.

Die Nachfrage nach Flugzeugen für Kurz- und Mittelstrecken treibt das Wachstum der voestalpine im Luftfahrtsegment an. „Die Großaufträge sind ein starkes Signal für unsere Innovationskraft und unsere Rolle als strategische Partnerin der internationalen Luftfahrtindustrie“, wurde Vorstandschef Herbert Eibensteiner zitiert. Seinen Angaben zufolge steckt heute in nahezu jedem zivilen Flugzeug Technologie des Konzerns.

An der Börse sorgte die Meldung für einen deutlichen Kurssprung: Die voestalpine-Aktie legte im Vormittagshandel zeitweise um gut zehn Prozent zu und erreichte laut Angaben 42,48 Euro, was einem Plus von 10,79 Prozent entspricht. Parallel dazu wird laut Central European Gas Hub ein Hochofen am Standort Linz ungeplant gewartet; zu Details dieser Wartung äußerte sich das Unternehmen auf eine entsprechende Anfrage zunächst nicht.