Mehr Mittel für Parks, Schulen und Straßen: Bezirke in Wien vor finanzieller Entlastung

26.03.2026


Die Stadt Wien will ihren Bezirken nach einer Phase strikter Budgetkonsolidierung ab 2027 wieder deutlich mehr finanziellen Spielraum einräumen. Laut Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sollen die Bezirksmittel über alle Fördertöpfe und geplante Rücklagenentnahmen hinweg um rund 27 Millionen Euro steigen. Das entspricht knapp zehn Prozent des gesamten Bezirksbudgets. Für 2026 bleibt es hingegen beim derzeitigen Einfrieren der Bezirksbudgets im Rahmen der Budgetsanierung.

Ein zentraler Hebel für das Plus ist der sogenannte Topf 5b, über den Investitionsprojekte in den Bezirken finanziert werden. Der bisherige Fördersatz von 40 Prozent soll auf bis zu 60 Prozent angehoben werden. Die dafür zuständige Lenkungsgruppe sollte die Anhebung nach Angaben Ludwigs noch am Mittwoch beschließen. Ziel ist es, den Anreiz für investive Vorhaben mit langfristigem Nutzen zu erhöhen und zugleich zu signalisieren, dass die Stadt trotz Konsolidierung weiter vor Ort investiert.

Die Bezirke verwalten ihr Budget eigenständig und decken damit 27 Aufgabenbereiche ab. Dazu gehören etwa die Instandhaltung von Kindergärten und Pflichtschulen, der Straßenbau inklusive Beleuchtung sowie Pflege und Ausbau von Parks, Spielplätzen und Baumbeständen. Auch Pensionistenklubs und Seniorentreffs fallen in die Zuständigkeit der Bezirke. Mit der Erhöhung der Förderquote sollen Projekte in diesen Bereichen leichter realisierbar werden, während die Stadt einen größeren Teil der Investitionskosten übernimmt.

Politisch stieß Ludwigs Kurskorrektur im Wiener Gemeinderat auf breite Zustimmung. Vertreter anderer Fraktionen, darunter der ehemalige Simmeringer Bezirksvorsteher Paul Stadler (FPÖ), bezeichneten die angekündigte Maßnahme als „lobenswert“. Ludwig betonte, die Bezirke sollten weiterhin selbst entscheiden können, wofür sie die zusätzlichen Mittel einsetzen. Bei größeren Vorhaben wie Schulsanierungen ergebe jedoch eine koordinierte, gemeinsame Vorgangsweise zwischen Stadt und Bezirken mehr Sinn.

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Strategiewechsel zahlt sich aus: Wienerberger steigert Gewinn trotz schwachen Wohnbaus

26.03.2026


Wienerberger hat im Geschäftsjahr 2025 in einem von makroökonomischer Unsicherheit, geopolitischen Spannungen und einer anhaltend schwachen Entwicklung im Wohnbau geprägten Umfeld robuste Zahlen vorgelegt. Der Konzernumsatz erreichte 4,6 Mrd. €, das operative EBITDA belief sich auf 754 Mio. €. Der Nettogewinn stieg auf 168 Mio. € und spiegelt nach Unternehmensangaben striktes Kostenmanagement und Effizienzmaßnahmen wider.

Parallel dazu stärkte der Baustoffkonzern seinen Free Cashflow deutlich auf 474 Mio. € und baute die Nettoverschuldung weiter ab. Das Management verweist auf die Resilienz des Portfolios und eine disziplinierte Umsetzung der Konzernstrategie. Die Zahlen verdeutlichen, dass Wienerberger im belasteten Umfeld der Bauindustrie Spielraum zur Bilanzstärkung geschaffen hat.

Der Konzern sieht die Ergebnisse als Bestätigung eines strategischen Umbaus, der sich über rund ein Jahrzehnt erstreckt. Wienerberger hat sich nach eigener Darstellung von einem klassischen Baustoffhersteller zu einem führenden Anbieter von Lösungen für Infrastruktur und Renovierung entwickelt. Beide Bereiche gelten aus Unternehmenssicht als strukturell wachsende Endmärkte, die weniger stark vom kurzfristigen Zyklus des Neubaus abhängig sind.

Inzwischen stammt mehr als die Hälfte von Umsatz und Ergebnis aus Dachlösungen und Rohrsystemen. Damit rückt Wienerberger Anwendungen in der Energie- und Wasserversorgung sowie in der Renovierung des bestehenden Gebäudebestands ins Zentrum seines Geschäftsmodells. Die Entwicklung unterstreicht die strategische Neupositionierung des Konzerns, der sich in einem schwierigen Marktumfeld breiter aufgestellt sieht als noch vor zehn Jahren.