
Außenministerin und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger nutzt die Präsentation des Doppelbudgets, um den wirtschafts- und sicherheitspolitischen Kurs der Bundesregierung zu verteidigen und zugleich weitere Reformbereitschaft zu signalisieren. In der Ö1-Sendung „Journal zu Gast“ sprach sie von einem „großen Wurf“ und zeigte sich zuversichtlich, dass das vereinbarte Defizitziel erreicht werden könne. Sollte das nicht gelingen, ließen die NEOS keinen Zweifel daran, dass sie zusätzliche Sparmaßnahmen vor allem auf der Ausgabenseite unterstützen würden.
Im Zentrum ihres Budgetplädoyers steht die geplante Senkung der Lohnnebenkosten, die Meinl-Reisinger als größte Entlastung des Faktors Arbeit in der Geschichte bezeichnete. Unternehmen erhielten damit mehr Spielraum für Investitionen, gleichzeitig würden Beschäftigungsaussichten und Bezahlung verbessert. Die NEOS-Chefin erwartet, dass dadurch mehr Jobs entstehen und die Inflation gedämpft wird. Kritik von Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungsträgern an ihrem Finanzierungsbeitrag kann sie nach eigenem Bekunden nur bedingt nachvollziehen und verweist darauf, dass alle staatlichen Ebenen ihren Anteil zur Konsolidierung leisten müssten.
Parallel zum Budgetprozess laufen nach ihren Angaben mühsame, aber konstruktive Gespräche über eine Reform des Wehrdienstes. Eine Einigung sei „in Sicht“, Details wollte Meinl-Reisinger allerdings nicht kommentieren. Klar umrissen hat sie hingegen das Ziel: Das Bundesheer soll gestärkt werden, vor allem über eine Aufwertung der Miliz. Die NEOS setzen damit auf eine Struktur, die mit begrenzten Mitteln mehr Einsatzbereitschaft und Resilienz bringen soll, ohne an diesem Punkt bereits konkrete Modelle öffentlich festzulegen.
Auch bei den strukturellen Ausgabenprioritäten sieht Meinl-Reisinger nach eigenen Angaben erste Verschiebungen. Das Fördervolumen sei wieder auf das Vorkrisenniveau zurückgeführt worden, zudem werde durch die Reform der Altersteilzeit ein Einsparpotenzial im Umfang von rund 400 Millionen Euro erwartet. Beim Thema Pensionen bleibt die Außenministerin auf Reformkurs und fordert ein höheres tatsächliches Pensionsantrittsalter. Laut Meinl-Reisinger bestehe in der Bevölkerung ein Bewusstsein für den Anpassungsbedarf – und damit politischer Rückhalt für weitere Schritte, sollte das aktuelle Doppelbudget allein nicht ausreichen, um die Staatsfinanzen nachhaltig zu stabilisieren.

Die Mayr-Melnhof Gruppe (MM Gruppe) zählt erstmals zu den „Europe’s Climate Leaders 2026“, einem Ranking der Financial Times, das europäische Unternehmen mit nachweislichen Fortschritten beim Klimaschutz auszeichnet. Die Aufnahme in die Liste gilt für den Konzern als zusätzliche externe Bestätigung seiner langfristig ausgerichteten Nachhaltigkeitsstrategie und der bisherigen Reduktion von Treibhausgasemissionen.
Das Ranking wurde von Statista in Zusammenarbeit mit der Financial Times erstellt und umfasst insgesamt 600 Unternehmen aus Europa. Bewertet wurden vor allem die Verringerung der direkten und indirekten kernnahen Emissionen (Scope 1 und Scope 2) sowie die Entwicklung der Emissionsintensität im Zeitraum von 2019 bis 2024. Ergänzend flossen klimabezogene Kennzahlen wie Bewertungen durch die Non-Profit-Organisation CDP und die Zielsetzungen im Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi) in die Analyse ein.
Für die MM Gruppe zahlt sich insbesondere ihre ESG-Positionierung aus: Das Unternehmen verweist auf eine CDP-„Triple-A“-Bewertung in den Bereichen Klimawandel, Wälder und Wassersicherheit. Zudem sind die Klimaziele des Karton- und Verpackungsspezialisten von der SBTi validiert und an einem Dekarbonisierungspfad ausgerichtet, der sich am 1,5-Grad-Ziel orientiert. Diese Faktoren waren mitentscheidend für die Einstufung als eines der führenden europäischen Unternehmen beim Klimaschutz.
Vorstandsvorsitzender Peter Oswald sieht in der Auszeichnung den Beleg für die konsequente Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenda der vergangenen Jahre. Die Kombination aus ambitionierten, wissenschaftsbasierten Zielen und der Übersetzung dieser Ziele in messbare Emissionsreduktionen stärke aus seiner Sicht nicht nur die ökologische Bilanz, sondern auch die unternehmerische Positionierung der MM Gruppe im europäischen Markt.