Österreichs UBM Development setzt nach Turnaround stärker auf leistbares Wohnen

30.03.2026


Die UBM Development AG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Gewinn vor Steuern von 3,9 Mio. Euro abgeschlossen und damit ihr zuvor kommuniziertes Ziel übertroffen. Entscheidend war ein starkes viertes Quartal, das den Verlust zu Jahresbeginn überkompensierte. Der Konzern nutzte die anhaltende Nachfrage nach Wohnraum und konnte den bereits soliden Einzelverkauf von Wohnungen gegenüber 2024 nochmals um 12 Prozent steigern. Insgesamt setzte UBM im Jahr 2025 452 Wohneinheiten ab und erhöhte den Umsatz um 31,1 Prozent.

UBM-Chef Thomas G. Winkler sieht die Wohnimmobilienmärkte aus der Talsohle heraus: Die Assetklasse Wohnen habe die Krise hinter sich gelassen, sagte er mit Verweis auf rückläufiges Angebot, steigende Preise und eine ungebrochen hohe Nachfrage. Diese Rahmenbedingungen kommen dem Entwickler entgegen, der eine Pipeline von rund 2.000 Wohnungen in seinen Kernmärkten Österreich, Deutschland und Tschechien hält. In diesem Umfeld positioniert sich UBM nach eigenen Angaben als Anbieter, der von der Knappheit in Ballungsräumen und einem strukturell hohen Bedarf profitieren will.

Strategisch stellt der Konzern sein Portfolio zugleich breiter auf. Im Zuge eines Portfolio-Rebalancings sollen Mittel aus bestehenden Projekten freigesetzt und gezielt in das Segment „Bezahlbares Wohnen“ umgeleitet werden. In diesem Bereich diagnostiziert UBM bereits heute einen erheblichen, bislang nicht ausreichend gedeckten Nachfragedruck, der sich voraussichtlich weiter verstärken wird. Künftig will das Unternehmen mit einer klaren Zwei-Produkt-Strategie agieren: einem Segment „Bezahlbar“ und einem Premium-Segment.

Um Wohnen leistbarer zu machen, setzt UBM auf eine deutliche Reduktion der Baukosten durch Standardisierung, Vorfertigung und Modularisierung. Nach Unternehmenssicht sind zusätzlich verkürzte Genehmigungszeiten und eine Vereinfachung komplexer regulatorischer Vorgaben nötig, um Projekte schneller und günstiger realisieren zu können. Während im Premium-Segment weiterhin die Holz-Hybrid-Bauweise in urbanen Lagen im Mittelpunkt steht, verfolgt UBM im Bereich „Bezahlbares Wohnen“ einen technologieoffenen Ansatz, der auch Standorte jenseits klassischer A-Städte stärker in den Blick nimmt und das Pipeline-Volumen weiter erhöhen soll.

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Café Tomaselli setzt auf Großgastronom GMS Gourmet für behutsame Modernisierung

30.03.2026


Das Café Tomaselli, nach eigenen Angaben das älteste Kaffeehaus Österreichs, steht vor einem strukturierten Generationenwechsel. Betreiberin Elisabeth Aigner, Vertreterin der Eigentümerfamilie, zieht sich mit Mai 2026 aus dem operativen Geschäft zurück. Erstmals in der jahrhundertelangen Geschichte des Hauses wird der laufende Betrieb damit an einen externen Partner übergeben – die Eigentumsverhältnisse und die Rolle des Cafés als Salzburger Institution sollen jedoch unverändert bleiben.

Den Zuschlag erhielt nach einem Auswahlverfahren die GMS GOURMET GmbH. Das Unternehmen zählt zu den größten Gastronomiebetreibern des Landes und verantwortet bereits Betriebe wie das Wiener Café Schwarzenberg, den Wiener Rathauskeller, das Café-Restaurant im Kunsthistorischen Museum sowie die Traditionsmarke Gerstner. Mit dem Einstieg in Salzburg sichert sich GMS Gourmet einen prestigeträchtigen Standort am Alten Markt und erweitert sein Portfolio um ein Haus mit mehr als 300-jähriger Kaffeehausgeschichte.

Für die Eigentümerfamilie war die Auswahl eines Partners mit Erfahrung im Umgang mit historischen Betrieben zentral. Vertreter der Familie verweisen auf die besondere Bedeutung des Tomaselli für die Salzburger Bevölkerung und betonen, man habe einen verlässlichen Betreiber gesucht, der das Haus „mit Respekt vor seiner Geschichte“ weiterführt. Vereinbart ist, dass Name und Charakter des Cafés erhalten bleiben. Das bestehende Angebot – von klassischen Mehlspeisen bis zu Kaffeespezialitäten – soll ebenso fortgeführt werden wie das eingespielte Team in Küche und Backstube.

GMS-Gourmet-Geschäftsführer Herbert Fuchs kündigt an, die Identität und Tradition des Cafés zu bewahren und zugleich Erfahrung aus vergleichbaren Häusern einzubringen. Das Tomaselli soll auch künftig ein zentraler Treffpunkt für Einheimische und Besucherinnen und Besucher der Stadt bleiben. Zugleich ist eine „zukunftsorientierte Weiterentwicklung in kleinen Schritten“ vorgesehen, um das historische Kaffeehaus behutsam an veränderte Gästebedürfnisse und Marktbedingungen anzupassen – ohne den Charakter des Salzburger Wahrzeichens grundsätzlich zu verändern.