Standort Kroatien und Programm CORE sorgen bei FACC für Gewinnschub

30.04.2026


Der österreichische Luftfahrtzulieferer FACC hat das vergangene Geschäftsjahr mit Rekordwerten abgeschlossen und stellt nach einer Phase des Zurückhaltens die Weichen für eine Rückkehr zur Dividendenzahlung. Der Umsatz kletterte auf 984,4 Millionen Euro, ein Plus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) legte nahezu 50 Prozent auf 42,3 Millionen Euro zu. An der Börse kamen die Zahlen gut an, die Aktie gewann im Zuge der Veröffentlichung knapp vier Prozent.

Tragende Säule der verbesserten Profitabilität ist ein konzernweites Effizienzprogramm mit dem Namen CORE, das in allen drei Divisionen umgesetzt wurde. Laut Unternehmen hat insbesondere der kroatische Standort, an dem Kabinenkomponenten gefertigt werden, durch Skaleneffekte deutlich zur Ergebnisverbesserung beigetragen. FACC verfolgt damit erkennbar die Doppelstrategie, die Produktionsbasis auszuweiten und gleichzeitig die Marge zu erhöhen.

Vor diesem Hintergrund plant der Vorstand die Wiederaufnahme der Ausschüttung an die Aktionäre. Vorgeschlagen ist eine Dividende von 0,10 Euro je Aktie, über die auf der Hauptversammlung im Mai 2026 abgestimmt werden soll. Parallel dazu kündigt FACC eine Investitionsoffensive von rund 350 Millionen Euro für die kommenden Jahre an. Ein zentrales Vorhaben ist der Bau eines neuen, hochautomatisierten Werks in St. Martin im Innkreis, in das etwa 120 Millionen Euro fließen sollen und mit dem die Produktionskapazitäten für Strukturbauteile verdoppelt werden sollen.

Die strategische Ausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund eines grundlegenden technologischen Wandels in der Luftfahrt. Branchenweit gewinnen nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF), Wasserstoff-, elektrische und hybride Antriebe an Bedeutung, wie das mehrjährige Forschungsprojekt "EXACT – studies of sustainable aviation" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstreicht. Für Zulieferer wie FACC bedeutet dies, ihre Technologiebasis und Fertigungskapazitäten so auszurichten, dass sie künftige Flugzeuggenerationen mit leichteren, effizienteren Struktur- und Kabinenkomponenten bedienen können. Die aktuelle Ergebnisdynamik und die geplanten Investitionen verschaffen dem Unternehmen finanziellen und industriellen Spielraum, um in dieser nächsten Phase der Luftfahrtära eine aktive Rolle zu spielen.

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Starke Unternehmenszahlen stützen Wiener Börse vor Fed-Entscheid

30.04.2026


Die Wiener Börse hat sich am Mittwoch klar vom uneinheitlichen europäischen Umfeld abgehoben. Der Leitindex ATX schloss mit einem Plus von 0,94 Prozent bei 5.833,94 Punkten und baute damit die bereits im Frühhandel verzeichneten Gewinne aus. Während an den großen Leitbörsen des Kontinents ein klarer Trend ausblieb, sorgten positive Unternehmensnachrichten in Wien für Kauflaune.

Im Mittelpunkt stand der steirische Anlagenbauer Andritz. Die Aktie zog im Tagesverlauf um rund sieben Prozent an, nachdem das Unternehmen für das erste Quartal steigende Umsätze und Gewinne meldete. Besonders der Auftragseingang erreichte ein Rekordniveau, getrieben von mehreren mittelgroßen Projekten im Geschäftsfeld Wasserkraft. Analysten der Erste Group sprachen von einem insgesamt positiven Zahlenwerk und hoben den starken Auftragseingang als „Highlight“ hervor.

Auch der Immobilienspezialist Warimpex sorgte für freundliche Stimmung. Das Unternehmen reduzierte seinen Verlust im vergangenen Jahr deutlich auf 2,4 Millionen Euro, nach einem Minus von 16,5 Millionen Euro im Jahr davor. Warimpex begründete die Verbesserung mit anziehenden Bürovermietungen und positiven Immobilienbewertungen. Die Aktie legte im Handelsverlauf um gut zwei Prozent zu. Daneben wurden Semperit-Papiere ex-Dividende gehandelt, was das Kursbild in einzelnen Segmenten zusätzlich beeinflusste.

Auf Analystenseite prägten mehrere Einschätzungen das Geschehen. Die Erste Group stufte die Aktien des Kranherstellers Palfinger von „Buy“ auf „Accumulate“ ab und senkte das Kursziel von 43,40 auf 42,00 Euro; die Titel gaben daraufhin nach. Gleichzeitig hob das Institut das Anlagevotum für Frequentis von „Hold“ auf „Accumulate“ an und erhöhte das Kursziel deutlich von 65 auf 85 Euro, woraufhin die Aktie moderat zulegte. Deutsche Bank Research bestätigte unterdessen ihre Verkaufsempfehlung „Sell“ für Verbund und beließ das Kursziel bei 55 Euro, die Papiere des Stromkonzerns notierten dennoch im Plus. Im Hintergrund sorgten die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, wichtige US-Quartalszahlen sowie steigende Ölpreise angesichts stockender Gespräche zwischen Iran und den USA für eine gewisse Grundzurückhaltung – in Wien überwogen jedoch klar die positiven Impulse aus der Unternehmens- und Analystenebene.